Folgendes Zitat sagt - glaube ich - einiges über Karl Mannheims eigenen konjunktiven Erfahrungsraum aus:
Wie ein Neger zivilisatorische Objekte in seinen Erfahrungsraum einbezieht und irgendwie magisch auszudeuten bestrebt ist, so ordenen auch wir beim Sehen und Betasten neuer Dinge diese ganz ähnlich in unseren Lebensraum ein und lesen in jede individuelle Gestalt geistige Züge hinein.
Mannheim (1980): Strukturen des Denkens, S. 270
Wie ein Neger zivilisatorische Objekte in seinen Erfahrungsraum einbezieht und irgendwie magisch auszudeuten bestrebt ist, so ordenen auch wir beim Sehen und Betasten neuer Dinge diese ganz ähnlich in unseren Lebensraum ein und lesen in jede individuelle Gestalt geistige Züge hinein.
Mannheim (1980): Strukturen des Denkens, S. 270
Lia - am 9. November 2006, 13:24 - Rubrik: governing thoughts
Da ist sie wieder, die gute alte Macht. So richtig fühlbar, zum Anfassen quasi.
Voller Seminarraum. Ich als Vertretung. Niemand kennt mich. Ich komme rein, stelle mich vor den Pult, sage nichts. Es dauert keine zwei Minuten und etwa 60 Menschen sind still und schauen mich an. Legitimieren mich, ohne mich zu kennen. Nicht unlogisch, auch nicht verwerflich. Irgendwie komisch, aber mehr auch nicht. Menschen.
Voller Seminarraum. Ich als Vertretung. Niemand kennt mich. Ich komme rein, stelle mich vor den Pult, sage nichts. Es dauert keine zwei Minuten und etwa 60 Menschen sind still und schauen mich an. Legitimieren mich, ohne mich zu kennen. Nicht unlogisch, auch nicht verwerflich. Irgendwie komisch, aber mehr auch nicht. Menschen.
Lia - am 31. Oktober 2006, 17:26 - Rubrik: governing thoughts
Zugdurchsage heute morgen gegen halb 9 in Würzurg:
Wegen eines unfähigen Bahnmitarbeiters in Würzburg hat unser Zug jetzt leider eine Verspätung von 12 Minuten.
Wegen eines unfähigen Bahnmitarbeiters in Würzburg hat unser Zug jetzt leider eine Verspätung von 12 Minuten.
So gehts mir auch grade... Ob sie auch gerade über informelles Lernen nachdenkt?
Ich lebe noch! Doch eine (derzeit noch) volle Stelle macht einem mir das bloggen gar nicht so einfach...
Aber ich versuche mich in Zukunft wieder etwas mehr zusammenzureißen, denn schließlich ist es ja nicht so, dass ich nichts mehr zu sagen hätte...
Nahein!
Was man allein bei den ganzen Zugfahrten erlebt und beobachten kann, wäre im Prinzip ein eigenes Themenblog wert.
Meine letzte Beobachtung bei einer Fahrt durch Bayern war beispielsweise, dass überall in Deutschland in den Schrebergärten Menschen ihren Patriot/National-ismus mit Deutschlandflaggen ausleben.
Nicht so die Bayern. Da hängt ganz klar die blau-weiße Flagge. Intressant. Ich hab in Hessen noch nie die Landesflagge hängen sehen, aber vielleicht hab ih auch einfach nicht genau genug geschaut?!
Aber ich versuche mich in Zukunft wieder etwas mehr zusammenzureißen, denn schließlich ist es ja nicht so, dass ich nichts mehr zu sagen hätte...
Nahein!
Was man allein bei den ganzen Zugfahrten erlebt und beobachten kann, wäre im Prinzip ein eigenes Themenblog wert.
Meine letzte Beobachtung bei einer Fahrt durch Bayern war beispielsweise, dass überall in Deutschland in den Schrebergärten Menschen ihren Patriot/National-ismus mit Deutschlandflaggen ausleben.
Nicht so die Bayern. Da hängt ganz klar die blau-weiße Flagge. Intressant. Ich hab in Hessen noch nie die Landesflagge hängen sehen, aber vielleicht hab ih auch einfach nicht genau genug geschaut?!
Ist eigentlich das Schmalz-Rock-Schlager-Lied von Pur "Wo sind all die Indianer hin, wann verlor das letzte große Ziel den Sinn?" Eine Homage an Metaerzählungen und eine Kritik an der Postmoderne? Machen sich Pur Gedanken darüber oder hat es sich nur groovy gereimt? Und: wie komm ich überhaupt darauf?
Am Montag werde ich meinen ersten offiziellen eingereichten und genehmigten Urlaub nehmen. Ein interessantes Gefühl. Erwachsen werden, schätze ich. Fast so wie Steuern zahlen =)
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Interessantes blog! Wenn ich es richtig sehe sogar aus down under!
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Ja, schon wieder ein Mannheim Zitat... Das liegt eben daran, dass ich mich zur Zeit relativ intensiv damit auseinandersetze und mich immer wieder frage, warum ich während meines Studiums (Nebenfach Soziologie) nie etwas von Mannheim gehört habe. Dabei kommen mir seine Überlegungen aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts sehr aktuell vor und an alle möglichen anderen Ideen (Foucaults politische Rationalitäten, Postmodernetheorien etc.) anschlussfähig.
Diese Zitat stammt zwar aus der Differenzierung zwischen Soziologie und Kultursoziologie, könnte aber auch implizit das Ende der großen Erzählungen (Lyotard) beschreiben, oder?
Die metaphysisch inhaltliche Sehnsucht unseres gegenwärtigen Bewußtseins kann nicht durch Auffrischung alter Glaubensinhalte gesättigt werden. Wir können nur den Weg, der uns geblieben ist, zu Ende gehen.
Mannheim: Strukturen des Denkens 1980/1922: 138
Diese Zitat stammt zwar aus der Differenzierung zwischen Soziologie und Kultursoziologie, könnte aber auch implizit das Ende der großen Erzählungen (Lyotard) beschreiben, oder?
Die metaphysisch inhaltliche Sehnsucht unseres gegenwärtigen Bewußtseins kann nicht durch Auffrischung alter Glaubensinhalte gesättigt werden. Wir können nur den Weg, der uns geblieben ist, zu Ende gehen.
Mannheim: Strukturen des Denkens 1980/1922: 138
Lia - am 4. August 2006, 09:11
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Der naturalistische Fehlschluss in den Worten von Mannheim:
Das ist eben der Irrtum aller naturalistischen Theorien, daß sie unmittelbar aus diesen naturalen Gegebenheiten Soziologisches abzuleiten versuchen, bzw. in diese zunächst nur anthropologische Tatsachen das soziale Phänomen aufgehen lassen möchten.
Mannheim: Das Problem der Generationen 1928: 527
Das ist eben der Irrtum aller naturalistischen Theorien, daß sie unmittelbar aus diesen naturalen Gegebenheiten Soziologisches abzuleiten versuchen, bzw. in diese zunächst nur anthropologische Tatsachen das soziale Phänomen aufgehen lassen möchten.
Mannheim: Das Problem der Generationen 1928: 527
Lia - am 3. August 2006, 17:50 - Rubrik: Perspektiven