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    <title>diskursive formationen (Rubrik:Auszuege aus der Diplomarbeit)</title>
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    <dc:publisher>Moe_</dc:publisher>
    <dc:creator>Moe_</dc:creator>
    <dc:date>2005-08-13T10:22:28Z</dc:date>
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    <title>diskursive formationen</title>
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  <item rdf:about="http://blog.twoday.net/stories/712608/">
    <title>Heterotopien</title> 
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    <description>Der Sozialwissenschaftler Aldo Legnaro bezieht sich in seinem Artikel explizit auf Foucaults Konzept der Heterotopie, das dieser im Zusammenhang mit dem Begriff der Utopie konzipiert. So sei die Heterotopie eine verwirklichte Utopie. &lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Es gibt gleichfalls &amp;#8211; und das wohl in jeder Kultur, in jeder Zivilisation &amp;#8211; wirkliche Orte, wirksame Orte, die in die Einrichtungen der Gesellschaft hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplazierungen oder Widerlager, tats&amp;auml;chlich realisierte Utopien, in denen die wirklichen Pl&amp;auml;tze innerhalb der Kultur gleichzeitig repr&amp;auml;sentiert, bestritten und gewendet sind, gewisserma&amp;szlig;en Orte au&amp;szlig;erhalb aller Orte, wiewohl sie tats&amp;auml;chlich geortet werden k&amp;ouml;nnen. &lt;br /&gt;
( FOUCAULT, MICHEL (1999b): Andere R&amp;auml;ume. In: Engelmann, Jan (Hg.):&lt;a href=&quot;http://www.anares-buecher.de/catalog/product_info.php?cPath=100_221&amp;amp;products_id=11796&quot;&gt;Botschaften der Macht. Der Foucault-Reader. Diskurs und Medien.&lt;/a&gt;  Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt. S.149)&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt; &lt;br /&gt;
Heterotopien stehen f&amp;uuml;r &amp;raquo;Orte der Andersheit&amp;laquo; innerhalb des eigentlichen Gesellschaftsraums und sind zum Teil als Gegenbilder zur Gesellschaft zu verstehen. Foucault selbst nennt verschiedene Formen von Heterotopien, wie zum Beispiel: Kliniken, Gef&amp;auml;ngnisse, Museen, Kolonien oder Friedh&amp;ouml;fe (vgl. ebd. S. 150 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der Governmentality Studies wird dieser Begriff nur begrenzt rezitiert. Susanne Krasmann und Henning Schmidt-Semisch greifen das Konzept aus kriminologischer Perspektive auf. &amp;raquo;Orte der Andersheit&amp;laquo; werden hier als neue Inklusions- bzw. Exklusionsmechanismen aufgedeckt. Der &amp;ouml;ffentliche Raum wird aus dieser Perspektive durch marginalisierte Randgruppen &amp;raquo;bel&amp;auml;stigt&amp;laquo; bzw. das ordnungspolitische Bild vom &amp;ouml;ffentlich zug&amp;auml;nglichen Raum ist durch sie gef&amp;auml;hrdet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Wenn es eine Bel&amp;auml;stigung des &amp;ouml;ffentlichen Raum durch drogenkonsumierende Personen gibt und wenn es sich gleichzeitig als unrealistisch erwiesen hat, Heroinkonsum in nennenswertem Ma&amp;szlig;e zu verhindern, dann besteht eine gleicherma&amp;szlig;en Erfolg versprechende wie &amp;ouml;konomische Ma&amp;szlig;nahme darin, einen bestimmten Teil des Raums abzutrennen, ihn als &amp;raquo;Ort der Andersheit&amp;laquo; zu deklarieren, das bel&amp;auml;stigende Verhalten an diesem Ort zu konzentrieren und damit die Abweichung gleichsam &amp;raquo;kontrolliert&amp;laquo; zu neutralisieren. (SCHMIDT-SEMISCH, HENNING (2000): Selber schuld. Skizzen versicherungs-mathematischer Gerechtigkeit. In: Lemke, Thomas et al (Hg.): &lt;a href=&quot;http://www.thomaslemkeweb.de/publikationen/Gouvernementalit%E4tsbuch%20_INternetpr%E4sentation_.pdf&quot;&gt;Gouvernementalit&amp;auml;t der Gegenwart. Studien zur &amp;Ouml;konomisierung des Sozialen.&lt;/a&gt; Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 181)&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Die Ausschlie&amp;szlig;ung bzw. Zusammenschlie&amp;szlig;ung in bestimmten R&amp;auml;umen f&amp;uuml;hrt zur Etablierung von Orten der Risikogleichheit, die als &amp;raquo;integrierende Exklusionstechnologien&amp;laquo; bestimmte Formen von Communities begr&amp;uuml;nden .&lt;br /&gt;
Heterotopien, die sich nun auf die r&amp;auml;umliche Verwaltung von Risikogruppen beziehen, verweisen auf die Eigenschaft der Sichtbarkeit.&lt;br /&gt;
Die Gesundheit ist das sichtbare Zeichen einer guten Lebensf&amp;uuml;hrung. Krankheit ist das sichtbare Zeichen f&amp;uuml;r den falschen Gebrauch des eigenen Lebens .&lt;br /&gt;
Der T&amp;auml;ter wird in der Kriminologie seiner Biographie beraubt, um aus den B&amp;uuml;ndeln sichtbaren Verhaltens einen &amp;raquo;T&amp;auml;tertypen&amp;laquo; zu kategorisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem bestimmte Risikoprofile in daf&amp;uuml;r vorgesehenen R&amp;auml;umen zusammengeschlossen werden, verliert die &amp;Ouml;ffentlichkeit diese sowie deren Kontrolleure, aus dem Blickfeld und wiegt sich in vermeintlicher - zumindest sichtbarer - Sicherheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Nebenbei verschwindet mit dem sichtbaren Problem auch seine Kontrolle von der Stra&amp;szlig;e, und im Zweifel bedeutet das f&amp;uuml;r die auf diese Art Kontrollierten, dass ihre Existenz teilweise sogar ignoriert werden kann, wenn die entsprechenden Unsichtbarkeitsbedingungen geschaffen werden. (ebd. S. 181)&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Gerade diese Sichtbarkeitsorientierung versch&amp;auml;rft die Hinwendung zu Fitnessmaximen, die im Neoliberalismus als Neuauflage sozialdarwinistischer Tendenzen operieren. Survival of the fittest wird durch Mechanismen der Konkurrenz, die generell als leistungssteigernd gelten verfestigt. Survival of the fittest ist per se ein produktiver Prozess, da Lebewesen sich f&amp;uuml;r die Sicherung ihres &amp;Uuml;berlebens aktiv fit halten m&amp;uuml;ssen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konsequenz f&amp;uuml;r die Disziplin der Erziehungswissenschaft ist nun, dass ihr sowie der Erwachsenen- und Weiterbildung - stark vereinfacht ausgedr&amp;uuml;ckt - die Aufgabe zukommt, kompetente Einzelk&amp;auml;mpfer zu trainieren. Diese m&amp;uuml;ssen sich durch Employability auf dem Markt behaupten k&amp;ouml;nnen und ben&amp;ouml;tigen eher den Erwerb von kurzfristig verwertbaren Kompetenzen, als starre (Aus)Bildungsprozesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zertifizierungsstrategien und aus der Industrie &amp;uuml;bernommene Qualit&amp;auml;tsmanagement-systemen illustrieren den Zusammenhang von Sichtbarkeit und Sozialdarwinismus auf der Ebene von kollektiven Subjekten. Von sichtbaren Zeichen der Qualit&amp;auml;t - den Zertifikaten - erhoffen sich Weiterbildungsanbieter, Marktanteile sichern zu k&amp;ouml;nnen. Diese m&amp;uuml;ssen aktives Management betreiben, m&amp;uuml;ssen fit sein, um in der konkurrierende Wettbewerbssituation zu bestehen.</description>
    <dc:creator>Lia</dc:creator>
    <dc:subject>Auszuege aus der Diplomarbeit</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 Lia</dc:rights>
    <dc:date>2005-05-23T14:49:42Z</dc:date>
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