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Achim Volkers (2008): Wissen und Bildung bei Foucault, Aufklärung zwischen Wissenschaft und ethisch-ästhetischen Bildungsprozessen, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 157 Seiten, ISBN: 978-3-531-15484-8, 24,90 €

Achim Volkers verfolgt in seiner Monographie die Frage nach dem Verhältnis zwischen Foucaults Subjektphilosophie und den darin implizierten Vorstellungen von Wissen auf der einen und Bildung auf der anderen Seite. So ist das Buch in drei entsprechende Teile untergliedert.

Zunächst widmet sich Volkers Foucaults Subjektphilosophie. Er reflektiert diesen Subjektbegriff vor verschiedenen Hintergründen. Zunächst beschäftigt er sich mit der Frage nach den Wechselwirkungen von Macht und Subjekt. Im Anschluss daran reflektiert er Foucaults Subjekttheorie im Kontext einer sich auf Nietzsche beziehenden Moralphilosophie. In den letzten Abschnitten setzt sich der Autor mit Anthropologie und Humanismus auf der einen und Aufklärung auf der anderen Seite auseinander. Er beschäftigt sich hier mit Foucaults Kritik an einer humanistischen Denktradition und darüber hinaus spielt im Kontext der Aufklärung die Frage „Was ist Kritik?“ selbst eine Rolle.

Im zweiten Teil der Arbeit geht Volkers auf professionelles Wissen ein und bezieht dabei sowohl Foucaults Machtanalytische als auch Diskursanalytische Perspektiven mit ein. Nach einer kurzen Einführung in Foucaults Machtanalytik, die er vor einem sozialpädagogischen Hintergrund interpretiert, beschreibt der Autor Macht als Führung und nimmt damit Bezug auf einen gouvernementalitätsanalytischen Ansatz. Im Anschluss daran bezieht sich Volkers auf das Feld der Erziehungswissenschaft und setzt sich hier besonders mit dem Theorie Praxis Verhältnis auseinander.

Der dritte Teil der Arbeit ist dem Konzept der Selbstsorge gewidmet. Volkers setzt sich hier zum Ziel, Foucault Subjektphilosophie als Bildungsphilosophie zu interpretieren. Nach einer ausführlichen und kritischen Rekonstruktion des hellenistischen Selbstsorgekonzepts reflektiert er Foucaults Äußerungen vor dem Kontext von ethisch-ästhetischen Bildungsprozessen.

Der Aufbau des Buches ist an manchen Stellen etwas verwirrend, da Überschriften nicht immer mit inhaltlichen Absätzen übereinstimmen. Der Autor stellt Foucaults Arbeiten stellenweise nebeneinander und interpretiert chronologisch frühere Schriften als Irrwege „(…) nachdem sich seine frühere Machtanalytik, die als Mikrophysik der Macht“ bekannt geworden ist, als Sackgasse erwiesen hatte“ (S. 67). Das Zusammenspiel zwischen souveränen, juridischen, disziplinarischen und gouvernmentalen Machtpraktiken, die Foucault gerade in den Vorlesungen zur Geschichte der Gouvernementalität herausarbeitet, wird nicht in Betracht gezogen. So bleibt die Interpretation von Foucaults machtanalytischer Perspektive hinter den Ausführung im aktuellen wissenschaftlichen Diskurs zurück.

Julia Franz

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